Hessische Muslime für Demokratie und Vielfalt (HMDV) ist ein hessisches Landesmodell-projekt, das Anfang 2015 gestartet wurde und auf fünf Jahre angelegt ist. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS) kofinanziert. Projektträger ist das Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam (FB 09) der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Der Schwerpunkt des innermuslimischen Projekts liegt darin, der Radikalisierung muslimischer Jugendlicher entgegenzuwirken. Hierzu werden pädagogische Interventionsformate entwickelt und durchgeführt, bei denen auf zivilgesellschaftliches Empowerment gesetzt wird: Durch die Kooperation von universitären Islamischen Studien und engagierten Moscheegemeinden erhalten muslimische Jugendliche die Möglichkeit, sich mit Fragen im Spannungsfeld von Religion, Identität und Politik auseinanderzusetzen. Ziel ist es, dass sich die muslimischen Jugendlichen zivilgesellschaftlich engagieren und so die Vereinbarkeit von Islam, Demokratie und Menschenrechten erleben. Zudem fördert das Projekt den dringend benötigten Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis, was die weitere Professionalisierung der muslimischen Jugend- und Gemeindearbeit ermöglicht.

Das Projekt greift speziell Themen aus der Lebenswelt muslimischer Jugendliche auf und unterstützt sie bei ihrer Selbstorganisation und Vernetzung. In Absprache mit den Moscheegemeinden können die teilnehmenden Jugendgruppen eigene Veranstaltungen und Projekte organisieren und Aktionen durchführen. Mit Fortbildungen und Workshops stärkt unsere pädagogische Arbeit das muslimische Selbstbewusstsein der Jugendlichen und fördert ihre Potentiale. Die Jugendkoordinator*innen der teilnehmenden Moscheegemeinden werden außerdem in einem universitären Fortbildungsprogramm als „Mentor*innen der muslimischen Jugend- und Gemeindearbeit“ zertifiziert. Zurzeit sind insgesamt etwa 20 Studierende sowie muslimische Jugendgruppenleiter in das Projekt eingebunden.